| Österreich
existiert doch noch! Nach nun schon sechs Monaten in den USA besuchte mich Georg um ein
bisschen österreichischen Flair in den Alltag Zentralwashingtons zu bringen. Wir hatten uns
schon vorher entschlossen nach Canada zu fahren um dort Schitouren zu machen. Der uns am
geeignetsten erscheinende Nationalpark in Canada, war der Banff National Park in Alberta.
Am Freitag (31.01.) reservierten wir im Internet ein billiges Quartier für Sonntag bis
Dienstag in Banff (http://www.bluemtnlodge.com).
Die Nacht (inkl. Frühstücksbuffet) kostete dort nur 28 kanadische Dollar. |

Rote Punkte: Skitouren, Pink:
Nächtigungen |
Nachdem wir den
Freitag damit verbracht haben Sachen für die Touren einzukaufen, Richland anzuschauen und
meinen Arbeitsplatz zu besuchen, waren wir am Abend bei den Whitemans eingeladen und
gingen nachher zu einer Aufführung des Musicals "Les Miserables" von der
örtlichen Highschool. Die Highschools in Amerika betreiben eine oftmals ungemeinen
Aufwand in Musical- und Ballettaufführungen, womit sowohl das Ansehen der Highschool
steigt, als auch ein bisschen Geld hineinkommt. Die Schüler beginnen schon Monate vor der
Aufführung mit dem Aufbau der Bühnenbilder, dem Schneidern der Kleider
und mit der
Gesangsausbildung. Ich kann es nur empfehlen, zu solchen Events zu gehen.
Samstag, 1.2.
Heute geht es
schlussendlich los Richtung Norden. Zu Mittag starten wir Richtung Osten nach Spokane
(Washington). Die Fahrt durch das Columbia Basin geht recht schnell von statten und die
Landschaft bietet nur wenig Abwechslung. Braune Hügelketten, Felder und ab und zu ein
ausgetrockneter Canyon ziehen am Autofenster vorbei.
In Idaho erreichen
wir die ersten Ausläufer der Rocky Mountains und wir ändern unsere Fahrtrichtung um in
Idaho die Grenze nach Kanada zu passieren. In der Abenddämmerung kommen wir in Cranbrooks
an, wo wir in einem Motel nächtigen.
Sonntag, 2.2.
Die Fahrt führt
uns weiter durch stark bewaldete Hügelketten, manchmal blinzeln schneebedeckte Gipfel im
Osten hervor, Richtung Radium Hot Springs, wo wir den Kootenay Nationalpark
erreichen. Die
Strasse führt durch eine enge Schlucht hinauf in die Bergwelt der Rockies. Das Wetter ist
traumhaft mit wolkenlosen Himmel und angenehmen Temperaturen nur wenig unter Null Grad.
Nachdem man viele Kilometer die Landschaft und die unglaublich schönen Bergformationen
genießen konnte, passiert man die Grenze nach Alberta und somit zum Banff Nationalpark.
Um ca. drei Uhr kommen wir in Banff an, wo wir uns die
wichtigsten Sehenswürdigkeiten anschauen bevor wir unsere Unterkunft beziehen. Die
Seen westlich der Stadt bieten gute Fotomotive und auch das ungemein
große Banff Spring Hotel ist
einen Besuch wert.
Schließlich checken wir in unserer Lodge ein, welche
sofort einen angenehmen Eindruck auf uns gemacht hat. Es herrscht eine
sehr familiäre Atmosphäre und die Zimmer sind alle sehr sauber und
liebevoll hergerichtet (wenn auch sehr klein).
Aufgrund der katastrophalen Schneelage in Banff und
Umgebung (man muss mühsam nach Schneeflecken zwischen den Bäumen
suchen), entschließen wir uns möglichst viele Infos vom Visitor Center
und vom Lodge Inhaber einzuholen, wo es am ehesten möglich ist, Schitouren zu machen. Wir
wurden zum Lake Minnewanka verwiesen, wo es einen Angeblich netten Trail
in ein Tal hinein gibt und dort würden wir am ehesten Schnee finden.
Am Abend kochen wir
uns Maggi Fix Semmelknödel mit Schwammerlsauce, Schnapsen ein paar Runden (ich hab mal
wieder die meisten Bummerln bekommen) und begeben uns dann zu Bett.
Montag, 3.2.
In der Nacht hatte
es leicht geschneit, aber der halbe Zentimeter Neuschnee macht das Kraut auch nicht fett
und in den Wettermodellen sind alle Niederschlagsfelder weit im Osten Kanadas.
Wegen des trüben
Wetters und der miesen Schneelage fuhren wir zum Lake Minnewanka um dort den uns
empfohlenen Langlauftrail zu erkunden. So fuhren wir mit unseren ungeeigneten Tourenschi
den Trail entlang, in der Hoffnung eine Waldschneise zu finden, auf der man genug Schnee
für ein paar Schwünge findet ... unsere Hoffnungen wurden nicht erfüllt.
Trotzdem konnten
wir den Trail ein wenig genießen. Die Wolken rissen bald auf und gaben den Blick auf die
umliegenden Berggipfel frei.
Am frühen
Nachmittag waren wir zurück in Banff, wo wir uns in die nächste Buchhandlung setzten um
dort einen kanadischen Schitourenführer zu konsultieren, wo man denn eine Tour machen
könnte. Wir fanden schließlich eine Tour nahe Lake Louise und kauften uns von dort eine
topographische Karte. Außerdem fand Georg eine uns gut erscheinende Backcountry Tour zu
einer abgelegenen Hütte des Alpine Clubs of Canada.
Somit waren unsere
Pläne fixiert. Wir bleiben noch eine Nacht länger in Banff und machen morgen eine
Schitour nahe Lake Louise. Danach fahren wir für drei Tage zum Yoho National Park um dort
eine Backcountry Tour zu machen. Anschließend reservierten wir uns ein von einem Schweizer
Schitourenführer (Heiri Furter) empfohlene Lodge am Rogers Pass im Glacier Nationalpark,
wo es angeblich sehr gute Schitouren Möglichkeiten gibt.
Dienstag, 4.2.
Wie schon in
einigen vorigen Reisen, durchkreuzt das Eigenleben unseres Autos unsere Pläne ... der
Heizkühler ist leck und somit ist das Auto für den Vormittag außer Gefecht gesetzt -
also nichts mit Schitouren für heute! So erklimmen wir den Hausberg von Banff, den Tunnel
Mountain und schauen uns die heißen Quellen von Banff an, wo die kanadische
Nationalparkidee geboren wurde.
Am Nachmittag
schnappen wir unser soeben repariertes Auto und fahren auf einer Nebenstrasse nach Lake
Louise um dort das Standardphoto von den kanadischen Rockies zu machen. Der
Gebirgssee mit
der schönen Bergkulisse und die vielen Japaner und Bayern ergeben sehr gute Photomotive. 
Mittwoch, 5.2.
Um ca. 7:30 brechen
wir zum Yoho Nationalpark auf. Heute steht uns ein anstrengender Weg bevor. Wir haben zwar
nur 700 Höhenmeter zu überwinden aber das ganze zieht sich über 23 km hin und 23 km auf
Tourenschiern sind keine Freude. Die ersten 13 km führen entlang einer im Sommer
geöffneten Strasse an deren Ende sich eine kleine Unterstandshütte befindet, wo man,
wenn man keine 23km am Tag gehen will, übernachten könnte.
Nach einer kurzen
Rast in der zugigen Unterstandshütte geht es weiter entlang des Sommertrails hinein ins
Yoho-Valley. Inzwischen sind wir draufgekommen, dass wir unsere Streichhölzer zum
Feuermachen vergessen hatten und das kann natürlich sehr unangenehm sein. Zum Umdrehen
war es schon längst zu spät und so hofften wir dass in der Alpenvereinshütte
Streichhölzer vorzufinden sind. Inzwischen trugen Schilder am Wegrand, wie
"Feuermachen verboten" zu unserer Belustigung bei ... das nenne ich
Situationscomic. Wir nahmen es deshalb recht locker, da wir A) für eine Nacht im Freien
ausgerüstet waren und B) ich mir schon ein paar Feuermachtheorien zugelegt habe (mit den
Reservebatterien und zwei Drähten kann man einen Kurzschluss verursachen, und so mit dem
Funken den Propangasherd in der Hütte entflammen,...) ... na ja, wir werden ja sehen, was
uns in der Stanley-Mitchell-Hut erwartet.
Dank einer alten,
guten Schispur kamen wir auch nachdem die Strasse geendet hatte, recht schnell voran und
so erreichten wir schon bald die Abzweigung zur Hütte. Nun haben wir nur noch 400
Höhenmeter und 6 km Trail vor uns. Der steile Anstieg und die anbrechende Dämmerung
geben mir kaum Zeit die traumhafte Landschaft zu genießen.
Schließlich,
irgendwann zwischen Dämmerung und Nacht, taucht die Hütte hinter einer Baumgruppe auf.
Georg packt die Nummernkombination für das Vorhängeschloss auf, die er bei der
Reservation bekommen hat und es folgt ein Schock ... das Schloss geht nicht auf!
Wir versuchen alles Mögliche um das Schloss zu überlisten. Wir tauschen Nummern,
rütteln,... bis wir schließlich draufkommen, dass man den Bolzen kräftig hineindrücken
muss, dass das Schloss aufspringt.
Drinnen in der
Hütte sehen wir gleich als erstes Streichhölzer am Kamin liegen und somit war der Tag
gerettet. Es gibt nichts schöneres nach einem 8½ stündigen Marsch an einem Feuer zu
sitzen. Wir machen uns Knorr Champignonreis und genießen die angenehmen Temperaturen in
der Hütte (5°C in Tischhöhe, 0°C am Boden).
Donnerstag, 6.2.
Ein Blick aus dem
Fenster gibt uns die Gewissheit ... heute ist ein Schitourentag. Es ist keine einzige
Wolke zu sehen und absolut windstill!
Mit leichten
Marschgepäck geht es zum Sattel am Talschluss, welchen wir in zwei Stunden erreichten.
Vom Sattel hat man einen wundervollen Blick ins Amiskwi Valley. Nach einer Rast erklimmen
wir noch den Bergrücken nördlich des Sattels, schaffen es jedoch nicht bis ganz hinauf
zum Rücken, da der dort eingewehte Schnee unter Spannung stand und uns daher sehr
Schneebrett gefährdet erschien.
Nach einer
fantastischen Abfahrt über gleichmäßige, unbewaldete Hänge erreichen wir am späten
Nachmittag die Hütte, wo wir uns wieder der Haushaltsarbeit widmeten. Vom 200m
entfernten Wasserloch musste Wasser geholt werden und mit einem neuen Feuer im Ofen
brachten wir die Temperatur in der Hütte sogar auf über 10°C.

Freitag, 7.2.
Heute Vormittag wollten wir noch eine kleine Schitour machen, bevor wir wieder in die Zivilisation fahren,
jedoch zwangen meine nicht haftenden Haftfelle uns umzudrehen ... ich befürchte ich hatte
zu wenig darauf geachtet, dass die Schi beim "Auffellen" absolut trocken waren.
So säuberten wir
die Hütte und machten uns auf den Weg zurück an den Trans Canada Highway. Bei der
Waldabfahrt verlor ich nach einem Sturz einen Schiteller, was mir in den nächsten Tagen
noch Probleme bereiten sollte.
Um 4 Uhr erreichten
wir dann schließlich den Parkplatz und nach einer Fahrt durch den wundervollen Yoho
National Park (der Highway führt durch eine unglaubliche Schlucht) erreichen wir Golden,
wo wir unsere Vorräte auffrischten und uns bei Dairy Queen ein unseren Erwartungen
entsprechendes Junk-Food-Menue bestellten.
Als wir nach einer
einstündigen Fahrt am Rogers Pass ankamen, fühlten wir uns im vorbestellten Hotel etwas
fehlplatziert. Die zwei stinkenden Burschen aus der Backcountry passten einfach nicht zu
den feinen Teppichen und der edlen Einrichtung des Hotels, aber da das Hotel auch auf
Backcountry Touristen spezialisiert ist, scheint das niemanden zu stören.
Nach einem
Schaumbad fallen wir müde in die Betten, in der Hoffnung, morgen eine nette Schitour zu
finden.
Samstag, 8.2.
In der Früh gingen
wir zum benachbarten Visitor Center des Glacier Nationalparks, wo uns der anwesende Ranger
viele Tipps gab, wo man gute Touren machen konnte. Wir entschieden uns für die Tour auf
den Grizzly Ridge (ca. 1500 Höhenmeter), welche uns über die Hochnebeldecke führen
sollte und füllten die Backcountry Permits aus.
Der Grizzly Ridge
ist ein steiler, tw. dicht bewaldeter Bergrücken, welcher einem lawinensicher ins
hochalpine Gelände führt. Außerdem gibt es ein paar Waldschneisen und lichte
Waldstücke, in denen man sehr gut abfahren könnte.
Oberhalb der
Waldgrenze empfing uns nicht nur strahlender Sonnenschein und eine Wahnsinnssicht, sondern
auch perfekte (lawinensichere) Schihänge. Am Gipfelpunkt angekommen, schlossen wir uns
einer Gruppe von drei Telemarkern an, welche eine gute Abfahrt ins Tal wusste. Die Abfahrt
war wirklich die beste Abfahrt, die ich je gesehen habe. Die Abfahrt führt auf der
anderen Seite des Grizzly Ridge hinab zum Highway 1, welchen man ca. 1km östlich der
Glacier Lodge erreicht. Jedoch stellte sich die Abfahrt als kleines Abenteuer dar, da die
Bindung eines Telemarkers gleich beim zweiten Schwung in Brüche ging. Zum Glück sind die
meisten Kanadier mit einem ganzen Werkzeugset unterwegs, und so konnte nach einer
Viertelstunde die Bindung neu angeschraubt werden.
Über tolle Hänge
geht es hinab bis zur Hochnebelgrenze, wo man dann von einem Moment zum anderen, seine
Hand nicht mehr vor Augen sah. Die Geschwindigkeit der Abfahrt wurde nun deutlich
gebremst, da man beim besten Willen, keine Geländeunterscheide mehr sah. So saß man
plötzlich unvermutet in einem Loch fest oder man fuhr frohgemut mitten in eine
Schneewechte hinein - der einzige Anhaltspunkt war der Schifahrer vor dir.
Im Wald wurde der
Nebel wieder lichter und einer fantastischen Waldabfahrt mit Sprüngen und guten
Schneeverhältnissen stand nichts mehr im Wege. Die Bindung unseres armen Telemarkes ging
inzwischen bei fast jeden Schwung flöten und so blieb ihm nichts anderes über, als zu
Fuß abzusteigen. Andrea, eine der drei Telemarker, fuhr inzwischen voraus, um das Auto zu
holen.
In der Dämmerung
erreichten wir den Transcanada Highway, wo schon Andrea mit dem Auto wartete und uns alle
zur Glacier Lodge führte. Dort wurden wir von den drei Telemarkern zum Abendessen in der
Alpenvereinshütte nahe des Rogers Pass eingeladen, wo die drei übernachteten ... so eine
Einladung kann man doch nicht ausschlagen!
Die Wheelers Hut
des Alpine Club of Canada ist ca. eine halbe Stunde von der Strasse entfernt und bietet
ca. 40 Leuten Platz. Die Hütte wurde von einer Riesengruppe des Alpine Clubs gemietet, zu
der unsere drei Telemarker gehörten. Wir schlugen uns die Bäuche mit einem indischen
Eintopf und Chapati voll und genossen die Gesellschaft von so vielen interessanten Leuten.
So trafen wir den
Autor (Chic Scott) des
einzigen Schitourenführers der Rockies (Summit and Icefields) und den letzten
Präsidenten des Alpine Clubs. Eine internationale Mischung aus einer Deutschen, einem
Schotten, einem Engländer und eines Spaniers ergänzten die Auswahl an interessanten
Gesprächspartnern.
Um fast schon
Mitternacht, nach viel Essen und einigen Gläsern Wein, machten wir uns in der Dunkelheit
zurück auf den Weg zum Hotel. Ein unvergesslicher Tag ist zu Ende gegangen.
Sonntag, 9.2.
Heute gingen wir
den Connaught Creek Richtung Balu Pass entlang um dann zum Bruins Pass (ca. 1000
Höhenmeter) aufzusteigen (siehe Bild,
rote Route). Am Talende des Connaught Creek Valleys passierten wir die furchtbare Lawine,
welche eine Woche zuvor 14 Schüler aus Calgary begraben hatte - sieben Kinder haben das
Unglück nicht überlebt und die ganze Nation war noch immer unter Schock. Die Schulgruppe
war gerade in der falschen Minute, am falschen Ort und wurde so von der ungewöhnlich
heftigen Lawine erfasst.
In Gesprächen mit
Bergführern und Rangers fand ich heraus, dass dies eine Lawine ist, die um diese
Jahreszeit sehr unüblich ist und vielleicht mal alle 25 Jahre niedergeht. Die Kinder
befanden sich am "sicheren" Trail im Caonnaught Valley und
weiß der Teufel, warum die Lawine gerade in diesem
Moment heruntergekommen ist. Der Schock saß auf jeden
Fall bei allen tief, vor allem, weil nur 30km entfernt die Woche davor
weitere 7 Schitourengeher von einer Lawine getötet wurden. Der
schneearme Winter, mit der für Kanada recht ungewöhnlich hohen
Lawinengefahr, hat schon zu viele Opfer gefordert und die instabilen
Raureifschichten bleiben weiterhin aktiv. Auch wenn sich die
Lawinensituation seit den Unglücken deutlich entschärft hat, so kann
sich die Lawinenkommission nicht entscheiden die Warnstufe wieder
herabzusetzen ... ich glaube sie wird noch zuwarten, bis sich die
Aufregung gelegt hat.
Mit all diesen
Hintergrundinformationen im Kopf, setzen wir unsere Schitour fort, immer bestrebt alle
Gefahren des Schnees zu minimieren.
Wie auch auf den
Grizzly Ridge geht die Spur im Wald sehr steil bergauf, bis das flachere alpine Gelände
oberhalb der Waldgrenze erreicht wird. Auch hier bieten die Hänge ein perfektes Gelände
um seine Schikünste zu perfektionieren. Der Schnee war allerdings nicht so gut, wie bei
der Abfahrt vom Grizzly Ridge, da die Hänge mehr nach Süden ausgerichtet sind und sich
aufgrund des sonnigen Wetters in der letzten Woche eine Eisschicht gebildet hatte.
Trotzdem konnte man in manchen Rinnen und im Wald guten Schnee finden.
Zurück in der
Lodge, ging ich nach einem Bad noch ins Visitor Center und holte mir Tipps
für die
Rückfahrt in die USA zu holen. Der Ranger empfahl uns, nicht die übliche Route über
Kelowna zu nehmen, sondern schon in Revelstoke nach Süden abzubiegen und nach Spokane
(Washington) zu fahren.
Nach einem mäßig
guten Abendessen in der Cafeteria des Hotels und einem Saunabesuch fielen Georg und ich
ins Bett.
Montag, 10.2.
In der Früh
brechen wir schon recht bald nach Revelstoke auf um nicht in der Cafeteria im Hotel
frühstücken zu müssen. Revelstoke ist eine kleine Holzfällerstadt, welche einen
gepflegten Eindruck macht und auch ein paar alte Häuser zu bieten hat. Außerdem fanden
wir eine Bakery, welche wie eine Konditorei in Österreich ausschaute, um dort unser
Frühstück nachzuholen. Bei Kakao, Cremeschnitten, Topfengolatschen, Weckerln und guten
Muffins genossen wir den angebrochenen, sonnigen Tag.
Die Fahrt nach
Süden, Richtung New Denver gestaltet sich sehr schön. Man fährt das Columbia River
Valley entlang und hat am Weg eine (gratis) Fährfahrt über den Upper Arrow Lake, bei der
man sich wie in den norwegischen Fjorden fühlt (vielleicht nicht ganz so steile Berge,
aber man kann ja nicht alles haben).
In New Denver - die
Landschaft erinnert sehr an die Salzburger Alpen - bogen wir nach Osten ab, um in die
Silberstadt Kaslo zu fahren. Kaslo ist ein kleines Dorf am Kootenay Lake, welches
einen sehr sympathischen Eindruck macht. In Nelson kauften wir uns noch beim Safeway
massenhaft Ahornsirup und Fertigteig für Muffins und nach einer Stunde erreichten wir die
US Grenze.
Am Grenzübergang
wurde unser ganzes Gepäck zerlegt (der Zöllner war sehr erfreut über die stinkenden
Socken) und wir mussten viele Fragen über uns ergehen lassen (Woher wir uns kennen, was
wir in den USA machen wollen,...). Besonders suspekt waren neben den arabischen Stempeln
in unseren Pässen solche Gegenstände wie GPS, Lawinenpieps, Zeltnägel, Schifelle,
Gaskocher, Sandkübel auf der Ladefläche des Pickup Trucks, Ahornsirup und Fertigfutter
aus Österreich,...
Nach sicherlich 15
Minuten Kontrolle durften wir schließlich doch in die (ach so tollen) Vereinigten Staaten
von Amerika (God bless America) einreisen. Auf schlecht markierten amerikanischen Strassen
fuhren wir nach Spokane, wo wir uns in einer Pizzeria die Bäuche vollschlugen und nach
einer weiteren Fahrt über Freeways kamen wir um Mitternacht in Richland an.
Dienstag, 11.2.
Heute ging der Flug
von Georg von Seattle. Aufgrund von Problemen mit dem Auto, entschlossen wir nicht über
den White Pass nach Seattle zu fahren, sondern den schnellsten Weg über die Interstate 90
zu nehmen.
Ich lieferte Georg
am Flughafen ab, welcher dann noch mit dem Bus nach Downtown fuhr, und fuhr auf direkten
Weg zurück, wo ich recht müde ins Bett fiel (ich glaube ich habe eine Verkühlung
eingefangen). Nach ein paar Stunden schlaf fuhr ich ins Büro um den Tag zumindest noch
ein wenig sinnvoll zu verbringen.
Ein toller Urlaub
ging zu Ende und die Schitourenmöglichkeiten in Kanada sind wirklich so toll, wie man
sich das erwartet.
| TIPP Fertigfutter
|
|
Auch wenn es
komisch klingen mag, es gibt in den USA kaum geeignetes (sprich
leichtes) Trocken-Fertigfutter für Wanderungen. Man
kann zwar ein paar Nudelgerichte kaufen, aber das war es schon. Ich empfehle
daher
dringendst Knorr und Maggi Fertiggerichte aus Österreich mitzunehmen! |
| TIPP Isotonische
Tabletten |
|
Auch das gibt es
nicht in den USA. Ich habe in einigen Supermärkten nach Magnesium Brausetabletten oder
ähnlichen Dingen gesucht und habe nichts dergleichen gefunden. |
written by
stefan
pictures by georg pistotnik |