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Schitouren in Kanada

01.-11.02.2003

Österreich existiert doch noch! Nach nun schon sechs Monaten in den USA besuchte mich Georg um ein bisschen österreichischen Flair in den Alltag Zentralwashingtons zu bringen.

Wir hatten uns schon vorher entschlossen nach Canada zu fahren um dort Schitouren zu machen. Der uns am geeignetsten erscheinende Nationalpark in Canada, war der Banff National Park in Alberta. Am Freitag (31.01.) reservierten wir im Internet ein billiges Quartier für Sonntag bis Dienstag in Banff (http://www.bluemtnlodge.com). Die Nacht (inkl. Frühstücksbuffet) kostete dort nur 28 kanadische Dollar.


Rote Punkte: Skitouren, Pink: Nächtigungen

Nachdem wir den Freitag damit verbracht haben Sachen für die Touren einzukaufen, Richland anzuschauen und meinen Arbeitsplatz zu besuchen, waren wir am Abend bei den Whitemans eingeladen und gingen nachher zu einer Aufführung des Musicals "Les Miserables" von der örtlichen Highschool. Die Highschools in Amerika betreiben eine oftmals ungemeinen Aufwand in Musical- und Ballettaufführungen, womit sowohl das Ansehen der Highschool steigt, als auch ein bisschen Geld hineinkommt. Die Schüler beginnen schon Monate vor der Aufführung mit dem Aufbau der Bühnenbilder, dem Schneidern der Kleider und mit der Gesangsausbildung. Ich kann es nur empfehlen, zu solchen Events zu gehen.

Samstag, 1.2.

Heute geht es schlussendlich los Richtung Norden. Zu Mittag starten wir Richtung Osten nach Spokane (Washington). Die Fahrt durch das Columbia Basin geht recht schnell von statten und die Landschaft bietet nur wenig Abwechslung. Braune Hügelketten, Felder und ab und zu ein ausgetrockneter Canyon ziehen am Autofenster vorbei.

In Idaho erreichen wir die ersten Ausläufer der Rocky Mountains und wir ändern unsere Fahrtrichtung um in Idaho die Grenze nach Kanada zu passieren. In der Abenddämmerung kommen wir in Cranbrooks an, wo wir in einem Motel nächtigen.

Sonntag, 2.2.

Mt. Rundle (Banff)Die Fahrt führt uns weiter durch stark bewaldete Hügelketten, manchmal blinzeln schneebedeckte Gipfel im Osten hervor, Richtung Radium Hot Springs, wo wir den Kootenay Nationalpark erreichen. Die Strasse führt durch eine enge Schlucht hinauf in die Bergwelt der Rockies. Das Wetter ist traumhaft mit wolkenlosen Himmel und angenehmen Temperaturen nur wenig unter Null Grad. Nachdem man viele Kilometer die Landschaft und die unglaublich schönen Bergformationen genießen konnte, passiert man die Grenze nach Alberta und somit zum Banff Nationalpark.

Um ca. drei Uhr kommen wir in Banff an, wo wir uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten anschauen bevor wir unsere Unterkunft beziehen. Die Seen westlich der Stadt bieten gute Fotomotive und auch das ungemein große Banff Spring Hotel ist Fluß in Banffeinen Besuch wert.

Schließlich checken wir in unserer Lodge ein, welche sofort einen angenehmen Eindruck auf uns gemacht hat. Es herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre und die Zimmer sind alle sehr sauber und liebevoll hergerichtet (wenn auch sehr klein).

Aufgrund der katastrophalen Schneelage in Banff und Umgebung (man muss mühsam nach Schneeflecken zwischen den Bäumen suchen), entschließen wir uns möglichst viele Infos vom Visitor Center und vom Lodge Inhaber einzuholen, wo es am ehesten möglich ist, Schitouren zu machen. Wir wurden zum Lake Minnewanka verwiesen, wo es einen Angeblich netten Trail in ein Tal hinein gibt und dort würden wir am ehesten Schnee finden.

Am Abend kochen wir uns Maggi Fix Semmelknödel mit Schwammerlsauce, Schnapsen ein paar Runden (ich hab mal wieder die meisten Bummerln bekommen) und begeben uns dann zu Bett.

Montag, 3.2.

In der Nacht hatte es leicht geschneit, aber der halbe Zentimeter Neuschnee macht das Kraut auch nicht fett und in den Wettermodellen sind alle Niederschlagsfelder weit im Osten Kanadas.

Wegen des trüben Wetters und der miesen Schneelage fuhren wir zum Lake Minnewanka um dort den uns empfohlenen Langlauftrail zu erkunden. So fuhren wir mit unseren ungeeigneten Tourenschi den Trail entlang, in der Hoffnung eine Waldschneise zu finden, auf der man genug Schnee für ein paar Schwünge findet ... unsere Hoffnungen wurden nicht erfüllt.

Trotzdem konnten wir den Trail ein wenig genießen. Die Wolken rissen bald auf und gaben den Blick auf die umliegenden Berggipfel frei.

BanffAm frühen Nachmittag waren wir zurück in Banff, wo wir uns in die nächste Buchhandlung setzten um dort einen kanadischen Schitourenführer zu konsultieren, wo man denn eine Tour machen könnte. Wir fanden schließlich eine Tour nahe Lake Louise und kauften uns von dort eine topographische Karte. Außerdem fand Georg eine uns gut erscheinende Backcountry Tour zu einer abgelegenen Hütte des Alpine Clubs of Canada.

Somit waren unsere Pläne fixiert. Wir bleiben noch eine Nacht länger in Banff und machen morgen eine Schitour nahe Lake Louise. Danach fahren wir für drei Tage zum Yoho National Park um dort eine Backcountry Tour zu machen. Anschließend reservierten wir uns ein von einem Schweizer Schitourenführer (Heiri Furter) empfohlene Lodge am Rogers Pass im Glacier Nationalpark, wo es angeblich sehr gute Schitouren Möglichkeiten gibt.

Dienstag, 4.2.

Wie schon in einigen vorigen Reisen, durchkreuzt das Eigenleben unseres Autos unsere Pläne ... der Heizkühler ist leck und somit ist das Auto für den Vormittag außer Gefecht gesetzt - also nichts mit Schitouren für heute! So erklimmen wir den Hausberg von Banff, den Tunnel Mountain und schauen uns die heißen Quellen von Banff an, wo die kanadische Nationalparkidee geboren wurde.

Am Nachmittag schnappen wir unser soeben repariertes Auto und fahren auf einer Nebenstrasse nach Lake Louise um dort das Standardphoto von den kanadischen Rockies zu machen. Der Gebirgssee mit der schönen Bergkulisse und die vielen Japaner und Bayern ergeben sehr gute Photomotive.Lake LouiseLake Louise Hotel

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 5.2.

Um ca. 7:30 brechen wir zum Yoho Nationalpark auf. Heute steht uns ein anstrengender Weg bevor. Wir haben zwar nur 700 Höhenmeter zu überwinden aber das ganze zieht sich über 23 km hin und 23 km auf Tourenschiern sind keine Freude. Die ersten 13 km führen entlang einer im Sommer geöffneten Strasse an deren Ende sich eine kleine Unterstandshütte befindet, wo man, wenn man keine 23km am Tag gehen will, übernachten könnte.

Im Yoho ValleyNach einer kurzen Rast in der zugigen Unterstandshütte geht es weiter entlang des Sommertrails hinein ins Yoho-Valley. Inzwischen sind wir draufgekommen, dass wir unsere Streichhölzer zum Feuermachen vergessen hatten und das kann natürlich sehr unangenehm sein. Zum Umdrehen war es schon längst zu spät und so hofften wir dass in der Alpenvereinshütte Streichhölzer vorzufinden sind. Inzwischen trugen Schilder am Wegrand, wie "Feuermachen verboten" zu unserer Belustigung bei ... das nenne ich Situationscomic. Wir nahmen es deshalb recht locker, da wir A) für eine Nacht im Freien ausgerüstet waren und B) ich mir schon ein paar Feuermachtheorien zugelegt habe (mit den Reservebatterien und zwei Drähten kann man einen Kurzschluss verursachen, und so mit dem Funken den Propangasherd in der Hütte entflammen,...) ... na ja, wir werden ja sehen, was uns in der Stanley-Mitchell-Hut erwartet.

Dank einer alten, guten Schispur kamen wir auch nachdem die Strasse geendet hatte, recht schnell voran und so erreichten wir schon bald die Abzweigung zur Hütte. Nun haben wir nur noch 400 Höhenmeter und 6 km Trail vor uns. Der steile Anstieg und die anbrechende Dämmerung geben mir kaum Zeit die traumhafte Landschaft zu genießen.

Stanley Mitchell HutSchließlich, irgendwann zwischen Dämmerung und Nacht, taucht die Hütte hinter einer Baumgruppe auf. Georg packt die Nummernkombination für das Vorhängeschloss auf, die er bei der Reservation bekommen hat und es folgt ein Schock ... das Schloss geht nicht auf!
Wir versuchen alles Mögliche um das Schloss zu überlisten. Wir tauschen Nummern, rütteln,... bis wir schließlich draufkommen, dass man den Bolzen kräftig hineindrücken muss, dass das Schloss aufspringt.

Drinnen in der Hütte sehen wir gleich als erstes Streichhölzer am Kamin liegen und somit war der Tag gerettet. Es gibt nichts schöneres nach einem 8½ stündigen Marsch an einem Feuer zu sitzen. Wir machen uns Knorr Champignonreis und genießen die angenehmen Temperaturen in der Hütte (5°C in Tischhöhe, 0°C am Boden).

Donnerstag, 6.2.

Schitour im Yoho National ParkEin Blick aus dem Fenster gibt uns die Gewissheit ... heute ist ein Schitourentag. Es ist keine einzige Wolke zu sehen und absolut windstill!

Mit leichten Marschgepäck geht es zum Sattel am Talschluss, welchen wir in zwei Stunden erreichten. Vom Sattel hat man einen wundervollen Blick ins Amiskwi Valley. Nach einer Rast erklimmen wir noch den Bergrücken nördlich des Sattels, schaffen es jedoch nicht bis ganz hinauf zum Rücken, da der dort eingewehte Schnee unter Spannung stand und uns daher sehr Schneebrett gefährdet erschien.

Wasser holenNach einer fantastischen Abfahrt über gleichmäßige, unbewaldete Hänge erreichen wir am späten Nachmittag die Hütte, wo wir uns wieder der Haushaltsarbeit widmeten. Vom 200m entfernten Wasserloch musste Wasser geholt werden und mit einem neuen Feuer im Ofen brachten wir die Temperatur in der Hütte sogar auf über 10°C.

Abendessen

Freitag, 7.2.

Heute Vormittag wollten wir noch eine kleine Schitour machen, bevor wir wieder in die Zivilisation fahren, jedoch zwangen meine nicht haftenden Haftfelle uns umzudrehen ... ich befürchte ich hatte zu wenig darauf geachtet, dass die Schi beim "Auffellen" absolut trocken waren.

So säuberten wir die Hütte und machten uns auf den Weg zurück an den Trans Canada Highway. Bei der Waldabfahrt verlor ich nach einem Sturz einen Schiteller, was mir in den nächsten Tagen noch Probleme bereiten sollte.

Um 4 Uhr erreichten wir dann schließlich den Parkplatz und nach einer Fahrt durch den wundervollen Yoho National Park (der Highway führt durch eine unglaubliche Schlucht) erreichen wir Golden, wo wir unsere Vorräte auffrischten und uns bei Dairy Queen ein unseren Erwartungen entsprechendes Junk-Food-Menue bestellten.

Als wir nach einer einstündigen Fahrt am Rogers Pass ankamen, fühlten wir uns im vorbestellten Hotel etwas fehlplatziert. Die zwei stinkenden Burschen aus der Backcountry passten einfach nicht zu den feinen Teppichen und der edlen Einrichtung des Hotels, aber da das Hotel auch auf Backcountry Touristen spezialisiert ist, scheint das niemanden zu stören.

Nach einem Schaumbad fallen wir müde in die Betten, in der Hoffnung, morgen eine nette Schitour zu finden.

Samstag, 8.2.

In der Früh gingen wir zum benachbarten Visitor Center des Glacier Nationalparks, wo uns der anwesende Ranger viele Tipps gab, wo man gute Touren machen konnte. Wir entschieden uns für die Tour auf den Grizzly Ridge (ca. 1500 Höhenmeter), welche uns über die Hochnebeldecke führen sollte und füllten die Backcountry Permits aus.

Blick vom Grizzly RidgeDer Grizzly Ridge ist ein steiler, tw. dicht bewaldeter Bergrücken, welcher einem  lawinensicher ins hochalpine Gelände führt. Außerdem gibt es ein paar Waldschneisen und lichte Waldstücke, in denen man sehr gut abfahren könnte.

Oberhalb der Waldgrenze empfing uns nicht nur strahlender Sonnenschein und eine Wahnsinnssicht, sondern auch perfekte (lawinensichere) Schihänge. Am Gipfelpunkt angekommen, schlossen wir uns einer Gruppe von drei Telemarkern an, welche eine gute Abfahrt ins Tal wusste. Die Abfahrt war wirklich die beste Abfahrt, die ich je gesehen habe. Die Abfahrt führt auf der anderen Seite des Grizzly Ridge hinab zum Highway 1, welchen man ca. 1km östlich der Glacier Lodge erreicht. Jedoch stellte sich die Abfahrt als kleines Abenteuer dar, da die Bindung eines Telemarkers gleich beim zweiten Schwung in Brüche ging. Zum Glück sind die meisten Kanadier mit einem ganzen Werkzeugset unterwegs, und so konnte nach einer Viertelstunde die Bindung neu angeschraubt werden.

Abfahrt vom Grizzly RidgeÜber tolle Hänge geht es hinab bis zur Hochnebelgrenze, wo man dann von einem Moment zum anderen, seine Hand nicht mehr vor Augen sah. Die Geschwindigkeit der Abfahrt wurde nun deutlich gebremst, da man beim besten Willen, keine Geländeunterscheide mehr sah. So saß man plötzlich unvermutet in einem Loch fest oder man fuhr frohgemut mitten in eine Schneewechte hinein - der einzige Anhaltspunkt war der Schifahrer vor dir.

Im Wald wurde der Nebel wieder lichter und einer fantastischen Waldabfahrt mit Sprüngen und guten Schneeverhältnissen stand nichts mehr im Wege. Die Bindung unseres armen Telemarkes ging inzwischen bei fast jeden Schwung flöten und so blieb ihm nichts anderes über, als zu Fuß abzusteigen. Andrea, eine der drei Telemarker, fuhr inzwischen voraus, um das Auto zu holen.

In der Dämmerung erreichten wir den Transcanada Highway, wo schon Andrea mit dem Auto wartete und uns alle zur Glacier Lodge führte. Dort wurden wir von den drei Telemarkern zum Abendessen in der Alpenvereinshütte nahe des Rogers Pass eingeladen, wo die drei übernachteten ... so eine Einladung kann man doch nicht ausschlagen!

Die Wheelers Hut des Alpine Club of Canada ist ca. eine halbe Stunde von der Strasse entfernt und bietet ca. 40 Leuten Platz. Die Hütte wurde von einer Riesengruppe des Alpine Clubs gemietet, zu der unsere drei Telemarker gehörten. Wir schlugen uns die Bäuche mit einem indischen Eintopf und Chapati voll und genossen die Gesellschaft von so vielen interessanten Leuten.

So trafen wir den Autor (Chic Scott) des einzigen Schitourenführers der Rockies (Summit and Icefields) und den letzten Präsidenten des Alpine Clubs. Eine internationale Mischung aus einer Deutschen, einem Schotten, einem Engländer und eines Spaniers ergänzten die Auswahl an interessanten Gesprächspartnern.

Um fast schon Mitternacht, nach viel Essen und einigen Gläsern Wein, machten wir uns in der Dunkelheit zurück auf den Weg zum Hotel. Ein unvergesslicher Tag ist zu Ende gegangen.

Sonntag, 9.2.

Heute gingen wir den Connaught Creek Richtung Balu Pass entlang um dann zum Bruins Pass (ca. 1000 Höhenmeter) aufzusteigen (siehe Bild, rote Route). Am Talende des Connaught Creek Valleys passierten wir die furchtbare Lawine, welche eine Woche zuvor 14 Schüler aus Calgary begraben hatte - sieben Kinder haben das Unglück nicht überlebt und die ganze Nation war noch immer unter Schock. Die Schulgruppe war gerade in der falschen Minute, am falschen Ort und wurde so von der ungewöhnlich heftigen Lawine erfasst.

In Gesprächen mit Bergführern und Rangers fand ich heraus, dass dies eine Lawine ist, die um diese Jahreszeit sehr unüblich ist und vielleicht mal alle 25 Jahre niedergeht. Die Kinder befanden sich am "sicheren" Trail im Caonnaught Valley und weiß der Teufel, warum die Lawine gerade in diesem Moment heruntergekommen ist. Der Schock saß auf jeden Fall bei allen tief, vor allem, weil nur 30km entfernt die Woche davor weitere 7 Schitourengeher von einer Lawine getötet wurden. Der schneearme Winter, mit der für Kanada recht ungewöhnlich hohen Lawinengefahr, hat schon zu viele Opfer gefordert und die instabilen Raureifschichten bleiben weiterhin aktiv. Auch wenn sich die Lawinensituation seit den Unglücken deutlich entschärft hat, so kann sich die Lawinenkommission nicht entscheiden die Warnstufe wieder herabzusetzen ... ich glaube sie wird noch zuwarten, bis sich die Aufregung gelegt hat.

Mit all diesen Hintergrundinformationen im Kopf, setzen wir unsere Schitour fort, immer bestrebt alle Gefahren des Schnees zu minimieren.

Wie auch auf den Grizzly Ridge geht die Spur im Wald sehr steil bergauf, bis das flachere alpine Gelände oberhalb der Waldgrenze erreicht wird. Auch hier bieten die Hänge ein perfektes Gelände um seine Schikünste zu perfektionieren. Der Schnee war allerdings nicht so gut, wie bei der Abfahrt vom Grizzly Ridge, da die Hänge mehr nach Süden ausgerichtet sind und sich aufgrund des sonnigen Wetters in der letzten Woche eine Eisschicht gebildet hatte. Trotzdem konnte man in manchen Rinnen und im Wald guten Schnee finden.

Zurück in der Lodge, ging ich nach einem Bad noch ins Visitor Center und holte mir Tipps für die Rückfahrt in die USA zu holen. Der Ranger empfahl uns, nicht die übliche Route über Kelowna zu nehmen, sondern schon in Revelstoke nach Süden abzubiegen und nach Spokane (Washington) zu fahren.

Nach einem mäßig guten Abendessen in der Cafeteria des Hotels und einem Saunabesuch fielen Georg und ich ins Bett.

Montag, 10.2.

In der Früh brechen wir schon recht bald nach Revelstoke auf um nicht in der Cafeteria im Hotel frühstücken zu müssen. Revelstoke ist eine kleine Holzfällerstadt, welche einen gepflegten Eindruck macht und auch ein paar alte Häuser zu bieten hat. Außerdem fanden wir eine Bakery, welche wie eine Konditorei in Österreich ausschaute, um dort unser Frühstück nachzuholen. Bei Kakao, Cremeschnitten, Topfengolatschen, Weckerln und guten Muffins genossen wir den angebrochenen, sonnigen Tag.

Die Fahrt nach Süden, Richtung New Denver gestaltet sich sehr schön. Man fährt das Columbia River Valley entlang und hat am Weg eine (gratis) Fährfahrt über den Upper Arrow Lake, bei der man sich wie in den norwegischen Fjorden fühlt (vielleicht nicht ganz so steile Berge, aber man kann ja nicht alles haben).

In New Denver - die Landschaft erinnert sehr an die Salzburger Alpen - bogen wir nach Osten ab, um in die Silberstadt Kaslo zu fahren. Kaslo ist ein kleines Dorf  am Kootenay Lake, welches einen sehr sympathischen Eindruck macht. In Nelson kauften wir uns noch beim Safeway massenhaft Ahornsirup und Fertigteig für Muffins und nach einer Stunde erreichten wir die US Grenze.

Am Grenzübergang wurde unser ganzes Gepäck zerlegt (der Zöllner war sehr erfreut über die stinkenden Socken) und wir mussten viele Fragen über uns ergehen lassen (Woher wir uns kennen, was wir in den USA machen wollen,...). Besonders suspekt waren neben den arabischen Stempeln in unseren Pässen solche Gegenstände wie GPS, Lawinenpieps, Zeltnägel, Schifelle, Gaskocher, Sandkübel auf der Ladefläche des Pickup Trucks, Ahornsirup und Fertigfutter aus Österreich,...

Nach sicherlich 15 Minuten Kontrolle durften wir schließlich doch in die (ach so tollen) Vereinigten Staaten von Amerika (God bless America) einreisen. Auf schlecht markierten amerikanischen Strassen fuhren wir nach Spokane, wo wir uns in einer Pizzeria die Bäuche vollschlugen und nach einer weiteren Fahrt über Freeways kamen wir um Mitternacht in Richland an.

Dienstag, 11.2.

Im Columbia BasinHeute ging der Flug von Georg von Seattle. Aufgrund von Problemen mit dem Auto, entschlossen wir nicht über den White Pass nach Seattle zu fahren, sondern den schnellsten Weg über die Interstate 90 zu nehmen.

Ich lieferte Georg am Flughafen ab, welcher dann noch mit dem Bus nach Downtown fuhr, und fuhr auf direkten Weg zurück, wo ich recht müde ins Bett fiel (ich glaube ich habe eine Verkühlung eingefangen). Nach ein paar Stunden schlaf fuhr ich ins Büro um den Tag zumindest noch ein wenig sinnvoll zu verbringen.

Ein toller Urlaub ging zu Ende und die Schitourenmöglichkeiten in Kanada sind wirklich so toll, wie man sich das erwartet.

 

TIPP    Fertigfutter
Auch wenn es komisch klingen mag, es gibt in den USA kaum geeignetes (sprich leichtes) Trocken-Fertigfutter für Wanderungen. Man kann zwar ein paar Nudelgerichte kaufen, aber das war es schon. Ich empfehle daher dringendst Knorr und Maggi Fertiggerichte aus Österreich mitzunehmen!

  

TIPP    Isotonische Tabletten
Auch das gibt es nicht in den USA. Ich habe in einigen Supermärkten nach Magnesium Brausetabletten oder ähnlichen Dingen gesucht und habe nichts dergleichen gefunden.

  

     written by stefan
     pictures by georg pistotnik

   

  

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