| Ein
halbes Jahr ist vergangen und das Kofferpacken beginnt. Die letzten
Tage in den USA sind wie im Flug vergangen. Behördenwege,
Versicherung abmelden, Auto verkaufen, versuchen alle Sachen in die
Koffer zu bringen, alle Freunde noch einmal treffen ... und plötzlich
an einem schönen Donnerstag Nachmittag stehen Dave und Johanna vor
der Türe um mich zum Flughafen zu bringen.
Aufgrund
der erhöhten Sicherheitsbestimmungen (es ist zur Zeit
Terror-Alarmstufe Rot in den USA) habe ich mich entschossen ein bisschen
früher zum Flughafen zu fahren, da die Sicherheitskräfte
verpflichtet sind, das gesamte Gepäck zu zerlegen um auch eine jede
Bombe zu finden. Jedoch haben die ansonsten so strengen TSA Beamten
beim Anblick meiner riesigen, überpackten Koffer einfach die Augen
zugemacht und nur die Außenseite der Koffer nach Sprengstoffspuren
durchsucht. Ich glaube die Beamten hatten keine Lust, mein gesamtes
Gepäck auszuräumen und es dann wieder einzuräumen (ich darf die
Gepäckstücke nämlich nicht mehr berühren, wenn die
Sicherheitskontrolle begonnen hat).
Die
Propellermaschine (Embraer Brasilia 120) der United Airlines startete
pünktlich, jedoch bescherte uns das stürmische Wetter (es fegten
Staubwolken und Tumblewheat-Ballen über den Flugplatz) einen recht
spannenden Start. Der weitere Flug war zwar ohne Turbulenzen, jedoch konnte man an den Tragflächen schöne Vereisung beobachten. Kaum
stieß man in die Wolkendecke vor, legte sich eine Eisschicht an den
Vorderkanten der Tragflächen an. Vielleicht habt ihr euch schon
einmal gefragt, weshalb die Vorderkanten von Propellermaschinen immer
schwarz sind ... hier ist die Antwort: es ist das Enteisungssystem!
Das Schwarze ist nichts anderes als eine Gummischicht, der wie ein
"Luftballon" aufgeblasen werden kann, und somit das Eis
wegsprengt.
OK,
genug des technischen Zeugs. Auch der Flug nach Kopenhagen war
pünktlich und ich habe es sogar geschafft zu schlafen. Ein Vorteil
mit SAS zu fliegen ist, dass die Sitzabstände für große
Skandinavier gemacht wurden und man daher nicht ganz so eingezwickt
ist.
Nach
ein paar Stunden am Kopenhagener Flughafen und einer Stunde im
Tyrolean-Jet nach Wien stand ich wieder auf heimischen Boden (im Flug
nach Wien konnte ich mich schon ein bisschen an den Wiener Slang
gewöhnen).
Was
wird mir abgehen an Amerika? Es ist schwer zu sagen. Ich kann mir
nicht so leicht vorstellen in den USA zu wohnen, höchstens in einer
großen Stadt, jedoch gibt es viele Dinge, die ich an den USA mag.
Das
ist zum einen einmal die Freiheit des Tuns. Der Westen der USA ist so
weitläufig und wenig bevölkert, dass es kaum Regulierungen bedarf.
Man kann Forststraßen befahren, jagen, fischen, zelten,...
Auch
die Leute sind im Allgemeinen sehr freundlich und hilfsbereit. Man ist
schnell einmal zum Essen eingeladen und die meisten Leute freuen sich
immer neue Bekanntschaften zu machen.
Ich
halte nicht viel vom Antiamerikanismus (genauso wenig wie vom
derzeitigen Anti-Europäismus), ich bin zwar sehr gegen die
Außenpolitik der USA, aber die Amerikaner sind auch nur Leute wie Du
und ich und das sollte man sich immer vor Augen halten.
written by stefan |