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Da es hier in den Tri-Cities nicht so viel zu tun gibt, zieht es uns an
den Wochenenden immer wieder in die nähere Umgebung.
So zum Beispiel am Sonntag, 6.10., ein strahlend sonniger Tag, als wir
in Richtung
Mount Rainier in den Cascades
fuhren. Mount Rainier ist ein stark vergletscherter Vulkan, der etwa
4300 m hoch ist.

Mt. Rainier taucht im Morgennebel
auf [se] |
Im
Morgengrauen packen wir unsere Sachen in Richland, um mit unserem Truck
nach Westen aufzubrechen. Nach 3 Stunden Fahrt durch immer interessanter
werdende Landschaft über den Chinook Pass erreichen wir bereits vor 9:00
Sunrise, ein Touristenzentrum an der Nordostseite des Vulkans. Um diese
Jahreszeit ist dort bereits alles geschlossen, denn die Sommersaison ist
schon vorüber. Wir machen eine etwa 1,5 stündige Wanderung bis auf einen
Bergrücken (Burrough Mountain), von dem man eine wunderschöne Sicht auf
den gewaltigen Berg hat. Richtung Norden sieht man bis zum Glacier Peak
in den North Cascades und fern im Westen leuchtet Mt. Olympus. Zurück in
Sunrise sind nun schon weit mehr Leute als in der Früh. Viele Leute aus
Seattle nützen den schönen Sonntag, um den nahen Nationalpark zu
besuchen.

Landschaft im Mt. Rainier NP [se] |
Wir
fahren weiter durch wunderschöne Herbstwälder – die Laubverfärbung hat
bereits voll eingesetzt und die Blätter leuchten im Sonnenlicht in
verschiedensten intensiven Gelb- und Rottönen. Dann erreichen wir den
Reflection Lake an der Südseite von Mt. Rainier, wo man wirklich eine
schöne Spiegelung des Berggipfels in dem kleinen Gebirgssee sehen kann.
Von dort machen wir eine weitere 1,5 stündige Wanderung durch riesige
Mengen an rot verfärbten Heidelbeersträuchern in Richtung Pinnacle Peak.
Dort erklimmen wir den Plummer Peak (6370 ft), von dem man eine tolle
Fernsicht hat. In der klaren Herbstluft können wir viele Vulkane der
Cascades sehen: Mt. St. Helens, Mt. Adams und sogar den 160 km
entfernten Mt. Hood in Oregon!
Nun bleibt uns nur noch, das von Touristen überlaufene Visitor Center in
Paradise zu besuchen. Dieses riesige, unförmige Gebäude ist im besten
Sowjet-Stil der 70er Jahre erbaut und hat neben dem obligaten
Souvenirshop auch ein sowjetisch anmutendes Fast-food-Restaurant zu
bieten.
Nun ist die Zeit der Heimfahrt gekommen. Von einem Aussichtspunkt an der
Straße zum White Pass haben wir einen letzten Blick auf Mt. Rainier, als
uns plötzlich jemand auf deutsch anspricht. Es war ein etwa 70-jähriger
Oberösterreicher, der mit seinem VW-Bus (der übrigens ein Vöcklabrucker
Autokennzeichen hat...) mehrere Monate durch Kanada und die USA
unterwegs ist, und jedes Jahr im Sommer wiederkommt.
Über Yakima, wo wir ein verdientes Abendessen zu uns nehmen, fahren wir
zurück nach Richland.
Eine Woche später führt uns das immer noch prächtige Wetter bereits
wieder in die selbe Richtung. Am 13.10. geht es nun zu
Mount St. Helens.
Die Hinfahrt führt wieder über den White Pass und nun geht es nach Süden
durch weite Wälder zur Windy Ridge an der Nordostseite des Mt. St.
Helens.

Baumleichen am Weg zum Mt. St.
Helens [bp]

Mt. St. Helens [bp] |
Dieser
Vulkan, der 1980 explodiert ist, und von dem nur noch Teile übrig sind,
befindet sich nun inmitten einer Wüstenlandschaft, die aus getrocknetem
Schlamm und erkalteter Lava besteht. In größerer Entfernung vom Vulkan
sieht man kahle Hügel, die von umgefallenen Baumstämmen übersät sind.
Die Druckwelle bei der Explosion ließ die Bäume in einem großen Umkreis
wie Streichhölzer zu Boden fallen. Das etwas trostlose Aussehen bewegt
uns dazu, nachdem wir von einem Aussichtspunkt einen guten Blick auf den
neuen Krater gehabt haben, weiter über endlose, meist nicht asphaltierte
Forest Roads in Richtung Mt. Adams zu fahren. Dort beschließen wir, eine
kurze Wanderung auf den Sawtooth Mountain zu machen. Von diesem Berg,
der inmitten eines ziemlich flachen Waldgebietes liegt, sieht man in
jeder Himmelsrichtung einen Vulkan! Im Westen Mt. St. Helens, im Norden
Mt. Rainier, im Osten Mt. Adams und im Süden Mt. Hood.

Die Columbia Gorge [se] |
Auf
der Weiterfahrt geht es nun bergab ins Tal des Columbia River, der
einzige Fluss, der die Cascades durchquert. Dort finden wir ein nettes
Restaurant in Bingen (Dieser Ort ist wahrscheinlich nach der deutschen
Stadt benannt. Außer, dass beide an einem breiten Fluss liegen, können
wir keine Gemeinsamkeiten entdecken...). Am Nordufer des Columbia River
geht es entlang wieder zurück in die „Tri-Cities“.
written by bernhard |