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Landschaft im Osten Washingtons [bp] |
Am
27.10., wieder ein Sonntag, beschlossen wir, diesmal nach Südosten aufzubrechen. Das
erste Ziel waren die Blue Mountains. Die Fahrt führt uns durch landwirtschaftlich
genutztes Gebiet, das zunächst flach war, aber zunehmend werden die Hügel steiler und
höher. Bald zweigten wir von der Hauptstraße ab und die Fahrt geht auf Gravel Roads
immer höher hinauf in die Berge. Die Blue Mountains sind kein schroffes Gebirge, sie
reichen aber trotzdem bis auf fast 2000m. Auf den endlosen Forest Roads im Umatilla
National Forest sind wir aber nicht alleine. Alle paar Meilen begegnet uns ein anderer
Pickup-Truck mit Jägern. Die einzige Freitzeitbeschäftigung, die es in diesem
weitläufigen Gebiet gibt, scheint die Jagd zu sein. Man schießt auf alles, was sich
bewegt, denn Waffenbesitz und Jagen ist ja praktisch ohne Einschränkung erlaubt in den
USA.
Wir
verlassen dieses Gebiet wieder und überschreiten die State Line nach Oregon. Wir fahren
durch Troy, ein Nest aus fünf Häusern in einem tiefen Flusstal, das aber mangels anderer
Orte in der Umgebung auf jeder Karte eingezeichnet ist... Auf der folgenden Hochebene
fahren wir durch vollkommen verlassene Dörfer. Die Abwanderung aus diesen extrem
entlegenen Gebieten, die noch dazu nicht sehr fruchtbar sind, ist sehr groß und
verständlich.
Doch
dann kommen wir wieder in ein stärker besiedeltes Gebiet am Nordrand der Wallowa
Mountains. Diese Gebirgskette, deren höchste Gipfel ca. 3000m hoch sind, erinnert uns
sehr stark an die Alpen. Wir fahren zum Wallowa Lake, womöglich das schönste Beispiel
eines Sees, der sich hinter der Endmoräne eines eiszeitlichen Gletschers gebildet hat. Da
das Wetter nicht besonders schön ist, beschließen wir bald, wieder zurückzufahren.
Über einige Pässe geht es wieder in den Staat Washington und in Walla Walla machen wir
noch eine kurze Pause. Nach einem guten mexikanischen Abendessen in Pasco kommen wir müde
zu Hause an.

Straße im Columbia Basin [bp] |
Zwei
Wochen später verleitet uns ein wunderschöner warmer Novembersonntag wieder zu einem
Ausflug in die Umgebung. Zuerst wollen wir die Juniper Dunes Wilderness, nordöstlich von
Pasco besuchen. Dort gibt es noch unberührte Sanddünen, die mit Wacholderbäumen und
anderen, die Trockenheit liebenden Pflanzen bewachsen sind. So soll hier die gesamte
Landschaft ausgesehen haben, bevor das Land von den Weißen besiedelt wurde. Als wir am
Rand dieser Wildnis ankommen, verbieten uns jedoch eine Menge Schilder den Zutritt zu
diesem Gebiet. Der Weg dorthin führt nämlich über Privatgrund und es ist nur zwischen
März und Mai (!) erlaubt, diesen zu betreten. Zuwiderhandelnde müssen damit rechnen,
erschossen zu werden. Auch das ist nach amerikanischem Gesetz erlaubt.
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Basaltberg im Columbia Basin [bp] |
Das
ist uns dann unser Leben nicht wert und deshalb fahren wir weiter ins Tal des Snake River.
Dieser breite Fluss, der im Bereich des Yellowstone Nationalparks entspringt, fließt
durch die trockenen Gebiete in Eastern Washington in tief eingeschnittenen Tälern, die
zur Gänze aus Basalt bestehen. Die Flussläufe in dieser Gegend haben sich oft geändert,
deshalb gibt es auch viele heute trockene Täler. Überall gibt es eindrucksvolle
Basaltformationen und wir beschließen, einen dieser Basaltfelsen zu erklimmen. Nach einem
einfachen Aufstieg von der Rückseite sind wir über einer 100m hohen überhängenden
Felswand ein etwas mulmiges Gefühl...
Auf
der Weiterfahrt geht es zu den Wasserfällen am Palouse River, wieder ein Fluss, der sich
tief in das Basaltgestein eingeschnitten hat. Der Fluss stürzt sich dort über eine rund
50m hihe Stufe in eine noch tiefere Schlucht. Von einem Aussichtspunkt sehen wir Menschen
tief unten an ziemlich exponierten Stellen. Unsere Abenteuerlust packt uns und wir suchen
den Weg hinunter. Es dauert nicht lange und wir erreichen den Fluss oberhalb des
Wasserfalls. Von dort geht es einen Hang entlang bis in die Nähe des Wasserfalls. Mit
wunderbaren Ausblicken geht der Weg dann weiter auf einer schmalen Geländestufe in einer
Basaltfelswand also nur für Schwindelfreie zu empfehlen! Nach diesen Abenteuern
geht es weiter durch trockene, hügelige Landschaft, in der man sich manchmal wie in
trockenen Gebieten von Afrika vorkommt... Durch ein paar kleine Orte geht es wieder
zurück nach Richland.
written by bernhard |