Da es uns in Richland wieder einmal zu langweilig wurde, beschlossen wir, einen Ausflug nach Oregon zu
machen. Geplant war, zur Pazifikküste und nach Portland zu fahren.
Also starteten wir
an einem Novembersamstag in aller Herrgottsfrühe bei dichtem Nebel Richtung Westen. Auf
dem Weg durch die Columbia Gorge (dort wo der breite Columbia River die Cascades
durchbricht) stoppten uns jedoch einige eindrucksvolle Wasserfälle (z.B. Multnomah
Falls). Da das Wetter mittlerweile besser wurde, machten wir in dieser feuchten Gegend
eine kleine Wanderung zu einem weiteren Wasserfall.

Die Küste von Oregon [se]

Sonnenuntergang [bp] |
Da unser
eigentliches Ziel die Küste war, fuhren wir aber rasch weiter, durchquerten Portland und
gelangten dann durch eine sehr dünn besiedelte Hügellandschaft (die ein bisschen dem
Wienerwald ähnelt) nach Astoria. Dort mündet der mittlerweile 4 Meilen breite Columbia
River ins Meer. Astoria war nicht sehr spannend, deshalb fuhren wir weiter die Küste
entlang Richtung Süden. Einige Meilen vor Seaside wollten wir zum dortigen Sandstrand
fahren, um dort ein bisschen spazierenzugehen. Als wir jedoch in den Dünen angelangt
waren, sahen wir, dass man dort direkt am Strand mit dem Auto fahren darf! Für Europäer
eine unvorstellbare Sache daher mussten wir gleich diese Gelegenheit ausnützen und
fuhren einige Meilen (ohne steckenzubleiben!) am Strand entlang. Bei freundlichem Wetter
ging es dann mit diversen Stops weiter an der Küste bis Tillamook. Die Sonne war bereits
sehr tief, so beschlossen wir, den Sonnenuntergang vom Cape Meares aus bei einem alten
Leuchtturm zu beobachten.
Anschließend
fuhren wir noch nach Portland. In der Dunkelheit sind die amerikanischen Landstraßen sehr
schlecht ausgeleuchtet, doch das Tempo ist sehr hoch. So rasten wir mit ca. 100 km/h auf
der dunklen, kurvigen Straße hinter anderen Einheimischen her. Das war fast wie eine
Rallye...
In Portland, der
größten Stadt Oregons, angekommen, suchten wir nach einer Unterkunft. Da wir keinen
genauen Stadtplan hatten, und auch keinen finden konnten, war es uns ziemlich unmöglich,
die örtlichen Jugendherbergen zu finden. Nach einigen Schwierigkeiten mit dem Verkehr in
der Innenstadt (es gibt nur Einbahnen!) fanden wir dann unweit vom Zentrum ein Motel, das
von Indern geführt wurde. Dort konnten wir recht billig die Nacht verbringen. Zuvor
machten wir noch einen abendlichen Spaziergang durch Downtown Portland und fanden ein
nettes Lokal, wo man billig und gut essen konnte!
Am nächsten Morgen
wachten wir nach einer recht unruhigen Nacht bei Sonnenschein auf. Die Nacht war unruhig
wegen der billigen Bauweise des Motels. Mehrmals wackelte das ganze Gebäude, als ob es
gerade ein Erdbeben von mindestens der Stärke 6 geben würde... Wir wissen bis heute
nicht, was der Grund dafür war...

Waldboden in den Wäldern um den
Mt. Hood [se]

Mt. Hood
[se] |
Der Sonnenschein
war ganz konträr zur Wetterprognose, die schlechtes Wetter für den Sonntag verhieß.
Daher fuhren wir gleich zu schönen Aussichtspunkten im Washington Park, von dem man
schöne Blicke auf die nahe Innenstadt sowie auf die Vulkane Mt. St. Helens, Mt. Adams und
Mt. Hood hatte. Das schöne Wetter veranlasste uns bald, die Stadt zu verlassen, um in
Richtung Mount Hood zu fahren. Zuerst fuhren wir in ein Waldgebiet westlich des Gipfels.
In diesem feuchten Klima ist der gesamte Waldboden von dicken Moosen und Flechten in
verschiedensten Farben überzogen. Außerdem gedeihen dort wilde Rhododendren! Wir machten
eine kurze Wanderung entlang des Sandy River. Danach machten wir eine Mittagspause in
einem Ort namens Rhododendron, und hatten ein Fast-food-Mittagessen bei Dairy
Queen.
Weiter
gings höher hinauf zum Mount Hood wir fuhren nach Timberline in ca. 1800m
Höhe. Bei strahlendem Sonnenschein hatten wir eine prächtige Fernsicht. Im dortigen
Schigebiet lag bereits etwas Schnee, und einige Lifte waren bereits geöffnet. Dort
befindet sich auch das einzige Gletscherschigebiet in den USA. Viele Tagesausflügler aus
Portland kommen dorthin zum Schifahren oder Snowboarden.
Da wir dafür nicht ausgerüstet waren, fuhren wir wieder weiter, vorbei
an einem malerischen See mit Ausblick zum Mt. Hood. Nachdem wir ein weiteres Schigebiet
passierten, ging es wieder bergab nach Hood River in der Columbia Gorge und in weiterer
Folge zurück nach Richland.
written by bernhard |