Besuch beim
National Weather Service in Pendleton, Oregon
Seit Wochen hängen
dunkle Wolken über Richland Hochnebel. Jeder Wiener kennt dieses Phänomen und
liebt das Nieseln und den saukalten Wind. Wir wollten die Gründe für dieses unmögliche
Wetter erfahren, und was bietet sich da mehr an, als einen Ausflug zum National Weather
Service zu machen. Das für Richland zuständige NOAA-Office befindet sich im Städtchen
Pendleton, 70 Meilen südlich von Richland.
Shiyuan, eine
Arbeitskollegin von Dave, arrangierte den Trip und so starteten wir Samstag früh um im
Weather Service unseren Unmut über das Wetter kundzutun. Um 10 Uhr trafen wir uns mit
Jon, dem Science Officer, im kleinen Gebäude am Airport von Pendleton. Jon, der
zukünftige Chef dieses NOAA-Office, führte uns durch das gesamte Gebäude. In einem Raum
war eine Funkstation aufgebaut, über welche man Amateurfunkmeldungen aus allen Teilen des
Zuständigkeitsbereiches abhören konnte. Diese Meldungen werden von Freiwilligen
abgesetzt, welche bei Unwetterwarnungen auch gerne von den Meteorologen angerufen werden,
um direkte Infos aus den betroffenen Regionen zu bekommen.
Des weiteren
bekamen wir den Serverraum und das Notstromsystem zu sehen, welches sich im Falle eines
Stromausfalles einschaltet.
Im Hauptraum
befindet sich das Forecast-Center. Die Aufgabenbereiche der Forecaster sind strikt
aufgeteilt. Es gibt einen Meteorologen für Flugwetter, einen für das Public Weather und
im Sommer einen für Fire-Weather. Wetterwarnungen werden meist vom Public Weather
Meteorologen herausgegeben, jedoch meist in Rücksprache mit den anderen Kollegen.
Im Großen und
Ganzen unterscheidet sich das National Weather Service nur wenig von der ZAMG. Es werden
ähnliche Computersysteme benutzt und auch die Aufgabengebiete sind ähnlich. Eine
Unterscheidung zu Österreich ist, dass das NOAA Wetterwarnungen veröffentlicht, welche
eine große Verantwortung für die Meteorologen darstellen.
Nach unserer
Führung, und nachdem wir auf aktuellen Satellitenbildern gesehen haben, dass es in den
Blue Mountains (ein paar Meilen südlich von Pendleton) sonnig sein muss, beschlossen wir,
uns dorthin zu begeben, um nach Wochen in der Hochnebelsuppe mal wieder ein bisschen
blauen Himmel zu sehen...
written by stefan |