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Vancouver (B.C.) und Mt. Whistler

17.-19.01.2003

Um nochmals Azra und Sinisa in Vancouver zu besuchen (ein Ehepaar, denen der Breitenfurter Freundeskreis geholfen hat aus Bosnien zu flüchten und nun Kanadier sind), sattelte ich Freitag mittags nochmals unseren Pickup Truck um mich auf den Weg ins schöne British Columbia zu machen. Das Wetter war wieder einmal sehr untypisch für den Nordwesten der USA. Während ich in Seattle im freitäglichen Stau stand, leuchteten im Osten die Kaskaden, im Westen die Olympic Mountains und im Südosten stach der Mt. Rainier heraus. Während der 80km Stop-and-go Verkehr bis Everett hatte ich noch genug Zeit das unglaubliche Alpenglühen der Kaskaden zu bewundern.

Ziemlich erschöpft kam ich schließlich nach einer siebenstündigen Fahrt in Vancouver an, wo mich Azra und Sinisa herzlichst aufnahmen.

Ob des schönen Wetters, entschloss ich mich am nächsten Tag alleine nach Whistler zu fahren, um endlich die Skisaison zu starten, nachdem es mir aufgrund des warmen Winters in den Kaskaden bisher nicht möglich war, meine Bretteln aus dem Schuppen zu holen.

Um sieben Uhr startete ich Richtung Whistler, nachdem ich mir in einem 7-Eleven Shop ein vergünstigtes Ticket gekauft habe. Wie schon gestern Abend gab es an der Küste Nebel und so schauten die hohen Brücken und Wolkenkratzer aus dem Nebelmeer heraus - ein unglaubliches und unwirkliches Bild.

Die Fahrt nach Whistler blieb mir sehr gut in Erinnerung. Die Straße führt einem entlang Fjordes, welcher den norwegischen Fjorden um nichts nachsteht. Inzwischen ging der Vollmond hinter den spitzen, schneebedeckten Bergen unter und das Lila der Nacht wich dem Rosa und dem Rot der Dämmerung.

Der Verkehr wurde immer dichter und es schien, als hätte sich ganz Vancouver entschlossen nach Whistler zu fahren. Trotz einer ununterbrochenen Kolonne fuhren die Kanadier wie verrückt. Mich wunderte es nach dieser Fahrt nicht, dass auf dieser engen Strasse oft schwere Unfälle passieren und die Polizei daher peinlichst auf die Einhaltung der Geschwindigkeit achtet - doch die Kanadier scheint das wenig zu stören. So raste die Kolonne, in der ich eingezwängt war, munter mit über 80km/h die enge Gebirgstrasse hinauf nach Whistler. Nach einer zweistündigen Fahrt erreicht man schließlich diesen berühmten Touristenort und meine Befürchtungen bestätigten sich, dass ganz Vancouver nach Whistler gefahren ist, um den schönen Tag zu nutzen und so musste ich bei der Talstation 15 Minuten warten, bis ich in die Doppelmayr-Gondel einsteigen konnte.

Das Schigebiet Whistler-Mountain erstreckt sich über zwei benachbarte Berge, welche nicht miteinander verbunden sind, nämlich dem Mt. Whistler und dem Blackcomp Mountain. Ich bin den gesamten Tag am Blackcomp Mountain gefahren, da die Pisten dort angeblich weitläufiger sind und fürwahr, trotz der Besuchermassen (oft musste man bis zu 15min vor den Liften warten), war man auf den Pisten fast alleine unterwegs. Das Schigebiet ist für amerikanische Verhältnisse sehr gut durchorganisiert und die Lifte sind durchwegs neu und haben sehr hohe Kapazitäten, welche nur an sonnigen Wochenenden an ihre Grenzen stoßen.

Ein anderer Grund, weshalb Mt. Whistler so beliebt ist, ist dass man nach dem Schifahren in den Ort gehen kann um dort zu flanieren, zu essen oder zu shoppen ... ganz so, wie sich die Amerikaner Schifahren in Europa vorstellen. Trotzdem der Ort großteils nur aus Hotelburgen und Geschäften besteht, hat er doch Flair und man kann sich gut vorstellen dort eine Woche Urlaub zu machen. Das Problem vieler amerikanische Schigebiete ist, dass diese irgendwo im Hinterland sind, sprich mitten im Wald oder in der Einöde, und daher ein Urlaub dort ziemlich fad sein kann.

Wieder zurück nach Vancouver, wo mich am nächsten Tag typisches Vancouver-Wetter empfing (kühl, nebelig und starkes Nieseln). Ich schaffte es wieder nicht ins anthropologische Museum am Gelände der UBC (University of British Columbia) zu gehen. Stattdessen war ich mit Azra und Sinisa in ein Thai Restaurant gegangen, wo man sehr gut und sehr billig essen konnte (so ein Kombination gibt es in den USA leider nicht). Nachdem ich mich von ihnen verabschiedete traf ich mich noch mit Craig Clements, welcher wie Bernhard und ich, die Entwicklung von Kaltluftseen in Dolinen erforscht.

Bei der Rückfahrt stand ich eine Stunde vor der amerikanische Grenze im Stau. Ich empfehle deshalb nicht den Grenzübergang an der Interstate zu nehmen, sondern weiter im Osten die Grenze zu queren, um erst in Bellingham auf die Interstate aufzufahren.

In Seattle regnete es so heftig, dass ich befürchtete, dass der Pass über die Kaskaden eingeschneit werden könnte. Es kommt im Winter nämlich nicht sehr selten vor, dass alle Pässe zwischen West- und Ostwashington gesperrt sind. Ich hatte aber Glück, denn der Schneefall hatte den Pass noch nicht erreicht, hatte jedoch mit dichten Nebel im Columbia Basin zu kämpfen, so dass ich erst um ein Uhr in der Nacht wieder in Richland ankam. Nachtfahrten in den USA, selbst auf den Interstates, verlangen dem Fahrer einiges ab. Die Bodenmarkierungen sind oft gar nicht zu sehen und es gibt nur sehr selten Reflektoren an den Straßenrändern, so dass man erahnen muss, wie die Strasse weitergeht.

Es war auf jeden Fall ein tolles Wochenende und Whistler Mountain hat gehalten, was ich mir erwartet habe. Ich bin den ganzen Tag durchgefahren und habe (fast) keine Piste zwei mal benutzt, obwohl ich nur auf einem der beiden Schiberge gefahren bin! 

   written by stefan

      

 

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